Ergänzung zum Bild "Kreativitätstheorie"

Projektbeschreibung
anlässlich der Anmeldung zu einem Kunstwettbewerb mit dem Thema: "Eine runde Sache"

Das Bild "Kreativitätstheorie" setzt sich mit der Malerei an sich und im Sinne des Themas "eine runde Sache" auseinander.
In Anlehnung an Einsteins E=mc2 wird die Formel K=tm2 postuliert: (Kreativität = Technik x Muse2) Die Formel ist scheinbar spiegelbildlich, denn der dargestellte Maler hat sie für sich aufgestellt: er selbst reflektiert über dieses Thema. Dabei wird im Sinne der künstlerischen Freiheit auf Beweisbarkeit kein Wert gelegt.

Malerei als schöpferischer Akt gibt dem Maler die Möglichkeit sich von herkömmlichen Sichtweisen zu lösen und seine eigene Realität zu erschaffen. Naturgesetze werden aufgehoben. Die Dimensionen der normalen Weltsicht spielen keine einengende Rolle mehr. Komposition, Art der Darstellungen, Intensität und Tonalität der Farben bestimmen Spannung und Harmonie. Was als Ansammlung banaler Farbpigmente auf der Leinwand daherkommt, setzt sich im Kopf des Betrachters zu neuen Wahrnehmungen zusammen.

Entsteht das surreale Gesamtbild also mehr aus der Hand des Malers oder im Kopfe des Betrachters? Wird ein Bild erst dadurch zum Bild, dass es neue Fragen aufwirft … die Phantasie des Bildkonsumenten beflügelt? Verkündet es eine Botschaft oder vermittelt es ein Gefühl? Ist ein Gemälde eigentlich Ausdruck des Künstlers oder eine Anregung an den Betrachter?

Malerei als besondere kommunikative Form, weit über die Möglichkeiten des gesprochenen oder geschriebenen Wortes hinaus. Lässt sich das "K" in der Formel also besser als Anspruch der Kommunikation synonymisieren? Vermag es die Technik als Ausdrucksform, den Adressaten zu erreichen? Bezieht sich die Muse mehr auf das Engagement des Malers oder die Fesselung des Betrachters?

Fragen, Fragen, Fragen!

Die Malerei ist Refugium, ist Auseinandersetzung, ist persönliche Freiheit. Sie kann Freude und Genugtuung bereiten.
Sie bietet eine unbegrenzte Fülle an Möglichkeiten und ist deshalb für mich der Inbegriff einer "runden Sache".

Thomas Schreck



Beim Kartenspiel
Das Schafkopfen ist in den Vorspessartgemeinden rund um Esselbach und Steinmark eine beliebte Art, finanzielle Unterschiede auf unspektakuläre Art auszugleichen. Dass dieses Kartenspiel auch zur allgemeinen Volksbildung beiträgt, erklärt sich aus dem Zwang zur schnellen und sicheren Entscheidung. Eine Karte, die einmal - und wenn auch versehentlich - ins Rund des Kartentisches geworfen wurde, hat da auch zu bleiben. Der Ausgang des Spieles kann ja maßgeblich dadurch beeinflusst werden. Da der Rückzug von einem Fehlgriff natürlich allenthalben versucht wird, lässt sich aus der Reaktion der Gegenspieler häufig deren Bildungsgrad eruieren: "Doas gillt fai niet"oder "glaich blotzt´s" sind eine Möglichkeit, dieser Regelverletzung zu begegnen. Der humanistisch angehauchte Spessarter hingegen bevorzugt die wesentlich gelassenere Intervention in lateinischer Sprache: "Quod lumen, lumen!!!" ("Was Licht, Licht")

Semper saudum quaestor
... ist eine ebenfalls dem Lateinischen entliehene Redensart, welche gelegentlich beim Schafkopfen zu hören ist. Gleichwohl ist sie mehr dem Vulgärlatein zuzuordnen, wie es wahrscheinlich von den hiesigen, dem Limes nahewohnenden Altgermanen verstanden worden und tradiert sein mag. "Semper saudum quästor" ist die Antwort auf die beim Karteln immer wieder gestellte Frage: "Wer is ´n etz zum Geawa droo?" Bei der manchmal allzu emotionalen Rekapitulation besonderer Varianten und taktischer Finessen eines vorangegangenen Spielverlaufes (Nachkarteln) wird nämlich gelegentlich vergessen, wer denn nun mit dem Mischen und der Kartenausgabe gerade an der Reihe ist.
Wer ist also jetzt zum Geben dran?
Natürlich: Semper saudum quaestor! (Immer, wer so sau-dumm fragt!)

Latinum venatorum (Jägerlatein)
... gemeinhin als "Jägerlatein" bekannt, ist eine Sprache, welche in unseren waldreichen Breiten recht häufig gesprochen wird. Als besonders eloquent galt weit über die Grenzen unserer kleinen Spessartgemeinden hinaus unser seeliger Onkel Max aus Bischbrunn, selbst Waidmann seines Zeichens. Üblicherweise pflegte er gleich zwei bis drei Wildschweine mit einer Kugel zu erlegen. Dies sei wesentlich kostengünstiger wie er seinen Berichten gelegentlich hinzufügte. Dieses ökonomische Prinzip veranlasste ihn wohl auch, Feldhasen ... entgegen der üblichen Methoden ... schon einmal mit der Hand zu fangen und mittels "Karnickel-Fangschlags" zu erledigen.
Nur einmal muss die Jagdbilanz eher negativ gewesen sein: Glaubte man seinen Worten, so war er gerade mit seinem Dackelrüden "Eberhard" bei der Nachsuche nach einem "angeflickten" Wildschwein, als ein kapitaler "Geier" sich bedrohlich näherte. Noch ehe Max seine Flinte in die Höhe reißen konnte, hatte sich der Vogel bereits auf den Vierbeiner gestürzt, um mit diesem in die Lüfte zu enteilen.
Mit "piff" und "paff" schickte Max zwei Salven Schrot in Richtung des flüchtenden.
"Waidmanns Heil!"... er hatte getroffen. Nur ein Wermuthstropfen blieb: D
er Geier stürzte jäh zu Boden ... nur Maxens Dackel Eberhard ... ... flog einfach weiter!!!

Der Stein des Weissen
"Hihi" war der Spitzname, den unserem Physik- und Mathelehrer schon Generationen von Schülern schon vor meiner Zeit verpasst hatten. Teils rührte das wohl von seinen Initialen her, teils mag es lautmalerisch den vorausgegangenen Erlebnissen mit ihm geschuldet sein. Hihi zählte zu der für uns Schüler suspekt geltenden "Spezies Lehrer". Sonst hätten wir sicher sein friedvolles Wesen besser zu schätzen gewusst. Mit seinem schütteren weißen Haar, seiner etwas "tüttelichen" Art entsprach er dem Klischee vom zerstreuten Professor. Er schien geradewegs einem der damals aktuellen Pauker-Filme von Theo Lingen entsprungen zu sein.
Stets war er durchdrungen von wissenschaftlichem Sendungsbewusstsein. So nutzte er natürlich auch den alljährlich stattfindenden Wandertag, um unser gymnasiales Wissen zu bereichern. Da unser Schulort Wertheim über eine respektable Burganlage verfügte, war es für ihn auch in diesem Jahr klar gewesen, seiner "Untertertia" die Technik nahezubringen, wie man mit einfachen Mitteln die Tiefe eines Brunnens ausmessen könne.
Wer kennt das nicht?
Stein rein werfen. Stoppuhr drücken. Faktor eins zu zehn ... und schon kennt man die Tiefe des Brunnens. So jedenfalls die Theorie.
In der Praxis allerdings gab er bei unserer Exkursion dem Begriff "Steinzeit" eine völlig neue Bedeutung:
Hihi drückte nämlich auf den Stein. Wie lange die Stoppuhr bis zum Brunnenboden brauchte, konnten wir alle nur ahnen.

Spessarter Logik
Beim Sternwirt in Bischbrunn wurde auch früher schon trefflich darüber debattiert, ob denn nun das Rauchen so schädlich sei, wie alle Welt behaupte. Natürlich war die Kontroverse äußerst emotional bestimmt, und die Meinungen variieten je nach dem, wie stark das einschlägige Konsumverhalten des jeweiligen Diskutanten ausgeprägt war.
Entscheiden konnte den Streit der Sternwirt selbst, indem er eine alte Anekdote erzählte:

"Als ich noch klein war" hob er an, "da gab es bei uns im Ort einen Zwilling. Der eine Bruder hat jeden Tag von früh bis spät geraucht, mindestens seine zwei bis drei Liter Apfelmost getrunken und ist 91 Jahre alt geworden. Sein Zwillingsbruder hat nie geraucht und keinen Tropfen zu sich genommen. Der ist gleich nach der Geburt gestorben!"

"Os intermaxillare" ... "Der Goetheknochen"

Es fuhr zu goldner Morgenstund
der Goethe ... gerne auch mit Hund ...
von Frankfurt aus ... selten nach Westen.
Den Osten kannte er am besten.
Das war die Richtung seiner Wahl,
dem Main entland ... oft bis nach Kahl.
Ging in der Main-Aue spazieren,
ließ sich hier gerne inspirieren..
Hier fand er manchen Rätsels Lösung,
und eines Tags ... schon in Verwesung ...
(Sein Hund hat ihn zuerst gerochen)
den weltberühmten "Goethe-Knochen".

Der Hund, so lässt sich heut vermuten,
zog diesen aus des Maines Fluten.
Man sagt, dass hierbei Goethes Pudel,
erfasst von einem Wasserstrudel,
in "Moenus' Armen fast ersoff,
und dann von Wasser nur so troff.
Der Dichter hat in großen Sorgen
das moribunde Tier geborgen,
hat ihm das nasse Fell entfernt
und seinen Pudel so "entkernt".

Nun wisset künftig ganz genau,
dass in besagter Kahler Au
der Goethe, der Euch wohl bekannt,
wohl auch den "Ka(h)lauer" erfand !!!

 

Gedicht zum 50. Geburtstagsfest eines Freundes namens Her(r)bert

DOMINUS BERTUS
(frei nach der "Bürgschaft" von Friedrich Schiller)

Als "Dominus Bertus" die Ahnung beschlich,
er sei nicht mehr der jüngste im Lande,

da lachte er und er dachte bei sich,
dass er andre Senioren schon kannte,
deren Feuer ja immer noch brannte.
Obgleich: in Wirklichkeit wusste er´s nicht.

Quinquagesima anno..... im fünfzigsten Jahr,
in dem trotz äußerer Jugend der Recke nun war,
hatte dieses zugleich seinen Schrecken verloren...
die Idee zu dem heutigen Fest ward geboren...
Wenn dich manchmal die düstere Ahnung ereilt,
lad´ noch andere ein ... und dein Leid ist geteilt.
"Ich bin" so sprach Herbert "zum Feiern bereit,
wie niemals zuvor noch im Leben;
wir werdens gemeinsam uns geben".
So laßt uns das Glas nun erheben !!!"

(Eigentlich endet hier das Gedicht mit einem Toast auf das Geburtstagskind. Allerdings hatte ich bei der Beschäftigung
mit diesem Stoff einen absonderlichen ...)

Traum:

"Ich bin" sprach der Herbert "zu zahlen bereit,
und fürchte nicht um mein Leben.
Frau Wirtin: Lass' sie mir nur drei Tage Zeit,
bis nach dem Gelage der Zaster bereit.
Ich lass' meinen Freund dir als Bürgen.
Ihn magst du, entrinn ich, erwürgen.

Da lächelt der Wirt, der Frau Wirtin ihr Mann ist,
und spricht nach kurzem Bedenken:
"Drei Tage will ich dir schenken.
Doch wisse, wenn sie verstrichen, die Frist,
eh´ du zurück mir gegeben bist,
so muß er statt deiner erblassen.
Doch dir ist die Rechnung erlassen."

Und er sprach zum Freunde: Dem Wirte soll ich
meine Kreutzer und Heller nun geben
um zu zahlen das lustvolle Streben.
Doch will er mir gönnen drei Tage Zeit,
bis die Sparkasse hat den Mammon bereit.
So bleib du dem Wirte zum Pfande,
bis ich komme, zu lösen die Bande."

Und schweigend umarmt ihn der treue Freund,
und liefert sich aus dem Tyrannen.
Der Herbert indes zieht von dannen.
Drei Tage herrschte gespenstische Ruh.
Die Feier war um ... und ... die Sparkasse zu.
... und was dann kam, kann man sich denken ...

Epilog:
(denn man soll ja auch was daraus lernen !)
Wie dem Manne das Weib, und dem Vater der Sohn
so bürge dem Freunde der Freund.
Für die Bürde der Bürgschaft ist Würde der Lohn.
(Was hab ich denn da jetzt geträumt?)
Für den Bürgenden ist es noch nie schlecht gewesen,
das Kleingedruckte genauer zu lesen.

... und noch etwas:
"Ihr Wirtsleut", euch frag ich mit blankem Erröten:
"ist es wirklich von Nöten,
wegen weniger Kröten
die Gäste zu töten ?
....
So seid künftig human!
Legt sie nur in Eisen !
Bargeldlos lasst euch den Scheiß überweisen !!!"

 

 

 

Beobachtungen aus dem Unterfränkischen Alltagsleben:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein wenig Gebrauchs-Lyrik

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Sonstiges